Lieblich und kantig-stark: Pflanze der Göttinnen

Da steht sie, fein und unauffällig, zwischen vielen anderen Pflanzen, die sich mit ihrer Grösse oder ihren Düften Platz schaffen. Und doch lässt sie sich nicht beirren und nicht verdrängen. Wenn es ihr an einem Ort gefällt, taucht sie zuverlässig jedes Jahr wieder auf. Zuerst die gezackten Blätter, danach die kantigen Stängel – und zuletzt die kleinen, zart-violetten Blüten. Ihre Wurzen sind stark im Erdreich verankert.

Heute ist sie beinahe aus dem allgemeinen Kräuterwissen verschwunden. Früher, da war das ganz anders. Für die keltischen Kräuterwissenden war sie eines der magischsten Kräuter, die es gab, sie wurde aus diesem Grund auch rituell gesammelt. Und auch in anderen Kulturen wurde sie so hoch verehrt und geschätzt, dass sie beispielsweise bei den alten Ägyptern «Träne der Isis» genannt wurde. Über lange Zeit hinweg galt sie als Hexenkraut und wurde als Ritualpflanze genutzt. In der Magie unterstand sie dem Planet Venus respektive Isis und wurden den früheren Gottheiten Kerridwen (keltisch), Mars, Venus, Isis, Jupiter, Thor und Juno zugeordnet. Es erstaunt nicht, dass diese ganz spezielle Pflanze als Hexenkraut tief in der Frauenheilkunde verankert war. So wurde sie auch von Hebammen als wehen- und geburtserleichtertes Mittel eingesetzt.

Den Kelten diente sie unter anderem als Mittel zum Wahrsagen, zum Schutz vor bedrohlichen Dingen (getragen als Amulett) sowie zu Heilzwecken. Sie wurde ausserdem als Eisenhärterin zur Herstellung von Waffen benutzt: Ihr Name ist möglicherweise auch darauf zurückzuführen.

Erraten, um welche Pflanze es sich handelt?

Genau, hier haben wir das Eisenkraut (Verbena officinalis) vorgestellt. Als Räucherpflanze nutzen wir sie unter anderem dann, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Schönheit und Liebe richten wollen, wenn wir Liebe verschenken oder annehmen möchten, oder inneren Ausgleich anstreben.

Euer Kelten Rauch.

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