Keltische Rituale feiern
Vor einigen Wochen habe ich euch versprochen, mehr über meine Art Rituale zu feiern zu berichten. Das mache ich nun gerne.
In frühen Zeiten feierten die Menschen natürliche Übergänge mit Ritualen. Die Kelten haben dies mit Festen und Riten zu den Jahreszeiten zelebriert. Meist wurden Feuer gezündet und dazu geräuchert. Die Menschen und auch Tiere sprangen über diese Feuer um sich segnen zu lassen und weiterhin mit guter Gesundheit durch die nächste Jahreszeit zu kommen. Auch wurde der Wandel der Sonne achtsam beobachtet und begleitet. Mit der Sonne verändert sich auch das Leben im Aussen. In der dunklen Jahreszeit herrschen andere Kräfte und Energien, als im Frühling und Sommer. Wenn der Herbst ins Land zieht und die Tage wieder kürzer werden empfinden wir das Bedürfnis, uns langsam wieder in unserer Häuser zurückzuziehen und gemütlich einzurichten.
Diese keltischen Übergänge werden auch heute noch gefeiert. Mit Halloween/Allerheiligen, Weihnachten, Ostern und den ersten Augustfeuern fällt uns gar nicht auf, dass diese «Eckpunkte» keltischen Ursprungs sind. Zugleich treffen sich mancherorts wieder vermehrt Frauen- und Männerzirkel, um diese Zeiten bewusst zu erleben. Überliefert sind uns der keltische Jahreskreislauf, symbolisiert durch das keltische Kreuz.
Auch ich begegne diesen Eckpunkten im keltischen Jahreskalender. Ich feiere mit einer Freundin in einem schönen Raum. Bevor wir unser eigentliches Ritual, begleitet mit der Trommel, beginnen, sitzen wir zuerst gemütlich zusammen und essen und trinken. Erst nach diesem Ankommen fangen wir an. Wir bilden einen Kreis, in der Mitte befindet sich immer eine Vase mit Jahreszeitpflanzen. Kerzen gehören dazu, eine Feder und eine Räucherschale. Wir haben es zum Brauch gemacht, jeweils auch eine Karte aus einem Spieldeck zu ziehen, wie bspw. Krafttierkarten. Manchmal kommt ein kleines Gedicht oder eine Geschichte dazu, jeweils passend zu der Jahreszeit und den Energien, die zu diesem Zeitpunkt wirken. Wir räuchern zu Beginn mit einem Dank an alle vier Erdenelemente. Und dann trommeln wir. Mit unseren Trommeln begeben wir uns jedes Mal auf eine Reise, die genau die Qualitäten und Energien aufnimmt, die uns in dem Moment zur Verfügung stehen. Der Zauber und die Magie, die dabei entstehen, sind wunderbar und wirken bis in unseren Alltag hinein.
Was sind eure Erfahrungen mit Festen und Ritualen, die unsere Jahreszeiten begleiten und eure Verbindung zur Natur ausdrücken?
Als kleine Inspiration eine Räuchermischung, um die Herbsttagundnachtgleiche am 21. September zu feiern:
1 Teil Eisenkraut (altes Ritualkraut unserer Ahn*innen)
1 Teil Beifuss (begleitet Übergänge)
1 Teil Alantwurzel (spendet uns noch einmal Wärme und Kraft)
Etwas Fichten- oder Tannenharz (verbindet alle Düfte und symbolisiert das Licht und die Sonne)
Alles zusammen mit einem Mörser feinreiben und mischen. Die Mischung kann auf einem Räucherstövchen (wegen des Harzes auf einem dünnen Schifferstein oder auf etwas Alufolie) oder auf der Räucherkohle in einem Gefäss verräuchert werden.
Dein Kelten Rauch
Der keltische Jahreskreis, symbolisiert mit einer Hirschhauttrommel.